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Wie viel mehr Photovoltaik und Energiespeicher brauchen wir wirklich?

In manchen Gebieten ist kein Platz mehr für den Anschluss von Photovoltaikanlagen an das Stromnetz. Warum werden dann so viele weitere installiert? Besteht tatsächlich eine so hohe Nachfrage?

Oft werden Photovoltaik und Windkraft als „Schrottstrom“ kritisiert, der verfügbar ist, wenn er nicht benötigt wird, und nicht verfügbar ist, wenn er benötigt wird, was erhebliche Auswirkungen auf das Stromnetz hat. Die Branche ist zudem hart umkämpft. Lohnt es sich überhaupt noch, in diesem Bereich zu arbeiten?

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Hier liegt ein Missverständnis vor. Laut der im Februar abgehaltenen Konferenz zur Analyse der Entwicklung erneuerbarer Energien beträgt die durchschnittliche Auslastung von Windkraft 96,8 % und die von Photovoltaik 98,3 %. Diese Auslastungsgrade sind sehr hoch, was bedeutet, dass nahezu der gesamte erzeugte Strom verbraucht wird und derzeit keine Abregelung von Wind- oder Photovoltaikanlagen erforderlich ist. Im ersten Quartal 2024 überstieg die installierte Leistung erneuerbarer Energien 1,585 Milliarden Kilowatt, wobei Wind- und Photovoltaikanlagen 1,1 Milliarden Kilowatt ausmachten und damit 52,9 % der gesamten installierten Leistung erreichten. Bis 2060 soll die installierte Leistung von Wind- und Photovoltaikanlagen 6 Milliarden Kilowatt erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen jährlich 150 Millionen Kilowatt an installierter Leistung hinzukommen. Ein wesentliches Problem besteht jedoch darin, dass in Gebieten mit hohem Strombedarf oft der Platz für Anlagen fehlt, während in Gebieten mit ausreichend Platz die Verbrauchskapazität nicht ausreicht. Deshalb müssen wir neue Höchstspannungsleitungen (UHV), Verteilungsnetze und Speichersysteme für unterschiedliche Zeiträume bauen.

Im Jahr 2024 werden die weltweiten Investitionen in den Stromnetzsektor voraussichtlich rund 400 Milliarden US-Dollar erreichen, davon über 50 Milliarden US-Dollar in Batteriespeichertechnologien, wovon 80 % in unser Land fließen werden. Dies unterstreicht den zunehmend deutlichen Einfluss der Entwicklung neuer Energien auf das Wirtschaftswachstum.

Laut dem Jahresbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) zu weltweiten Energieinvestitionen werden die globalen Energieinvestitionen im Jahr 2024 erstmals die Marke von 3 Billionen US-Dollar überschreiten. Davon fließen 2 Billionen US-Dollar in den Bereich der sauberen Energien, darunter erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge, Kernkraft und Energiespeicherung. Allein China wird voraussichtlich 675 Milliarden US-Dollar investieren, was den kombinierten Investitionen der USA und der EU entspricht. China, die USA und die EU werden 2024 zusammen zwei Drittel der globalen Investitionen in saubere Energien ausmachen.

Im Hinblick auf die Transformation der Energiesicherheit und das durch die Dual-Carbon-Strategie getriebene Wirtschaftswachstum ist die Entwicklung neuer Energien zweifellos von entscheidender Bedeutung. Daher legen die Pilotprojekte zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes besonderen Wert auf die Maximierung des Ausbaus von Photovoltaikanlagen. Aus diesem Grund gibt es Initiativen wie das Projekt „100 Landkreise, 1000 Städte und 10.000 Dörfer“, das Maßnahmen wie „Wind Action“, „Sunshine Action“, den Einsatz von Elektrofahrzeugen in ländlichen Gebieten und die flächendeckende Versorgung der Dörfer mit Ladestationen umfasst.