Überblick
Pakistan, ein südasiatisches Land mit über 200 Millionen Einwohnern, hat sich in diesem Jahr zu einem neuen Markt für Photovoltaikanlagen und Energiespeicher für Privathaushalte entwickelt. Ähnlich wie in Südafrika ist das rasante Wachstum des pakistanischen Photovoltaik- und Energiespeichermarktes eng mit der fragilen Strommarktlage verknüpft.
Pakistans Stromnetz leidet seit Langem unter Stromausfällen, vor allem aufgrund unzureichender Erzeugungskapazität und eines veralteten Übertragungs- und Verteilungsnetzes mit hohen Leitungsverlusten. In Spitzenzeiten, wie beispielsweise im Sommer, kann das Netz die Last nicht bewältigen, sodass Stromausfälle häufig vorkommen.
Wirtschaft
Pakistans BIP-Wachstumsrate ist zwar relativ hoch, liegt aber hinter anderen Schwellen- und Entwicklungsländern zurück. Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) erreichte Pakistans BIP im Jahr 2023 338,2 Milliarden US-Dollar und belegte damit weltweit Platz 43, vergleichbar mit der chinesischen Provinz Shanxi.
Von 2000 bis 2023 betrug das durchschnittliche jährliche BIP-Wachstum Pakistans 5,5 %. In den meisten Jahren lag diese Wachstumsrate jedoch unter der anderer Schwellen- und Entwicklungsländer. Beim BIP pro Kopf hat sich die Kluft zwischen Pakistan und dem Nachbarland Indien vergrößert. Vor 2007 lag Pakistans BIP pro Kopf etwas höher als das Indiens, seither hat Indien Pakistan jedoch deutlich überholt.
Bevölkerung
Mit über 200 Millionen Einwohnern hat Pakistan eine große und stetig wachsende Bevölkerung. Laut Weltbank erreichte die Bevölkerung Pakistans im Jahr 2022 rund 236 Millionen. Die Volkszählung von 2023 ergab einen Anstieg auf 240 Millionen, womit Pakistan die fünftgrößte Bevölkerung der Welt ist. Seit 1960 wächst Pakistans Bevölkerung kontinuierlich, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 1,65 % seit 2010.
Laut dem pakistanischen Statistikamt (Stand 2017) besteht die Bevölkerung überwiegend aus jungen und mittelalten Personen mit einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von etwa 6,4 Personen.
Energie
Pakistan ist stark von traditionellen Energiequellen und Wasserkraft abhängig, deren Erzeugungskapazität stetig wächst. Obwohl Pakistan über gewisse Erdgas- und Kohlevorkommen verfügt, importiert es den Großteil seiner fossilen Brennstoffe. Stand 2023 stammen mehr als 50 % der installierten Erzeugungskapazität Pakistans aus Öl, Erdgas und Kohle, während Wasserkraft über 20 % ausmacht. Erneuerbare Energien sind weiterhin begrenzt: Windkraft trägt etwa 4 % und Solarenergie lediglich 1 % zur Energieerzeugung bei.
Umfeld
Pakistan liegt in tropischen und subtropischen Regionen und hat daher einen hohen Strombedarf, wobei der private Stromverbrauch etwa 50 % des Gesamtbedarfs ausmacht. Das Klima des Landes, insbesondere in den südlichen Regionen, führt aufgrund der hohen Durchschnittstemperaturen von 27 °C (81 °F) im Jahresdurchschnitt, vor allem im Sommer, zu einem erheblichen Stromverbrauch.
Stromversorgungssystem
Pakistans Energiesektor steht vor erheblichen Herausforderungen, darunter Schulden im Energiesektor und ein sich nur langsam entwickelndes Übertragungsnetz mit hohen Leitungsverlusten. Die Regierung unterstützt den Sektor durch Finanzierungen und Subventionen, doch die Branche kämpft aufgrund niedriger Zahlungsquoten, hoher Übertragungs- und Verteilungsverluste sowie unzureichender staatlicher Subventionen mit Schulden im Energiesektor. Diese Probleme führen dazu, dass die zentrale Stromabnahmebehörde Zahlungen an Kraftwerke und das nationale Stromnetz häufig verzögert, was wiederum zu einem sich selbst verstärkenden Schuldenproblem innerhalb der Lieferkette führt.
Das veraltete Übertragungsnetz, das hauptsächlich in den 1970er und 1980er Jahren entwickelt wurde, verschärft diese Probleme durch seine hohen Verlustraten.
Energiewende
Pakistan misst der Energiewende höchste Priorität bei und fördert den Ausbau erneuerbarer Energiequellen wie Wasserkraft und Windenergie. Die Stromerzeugung des Landes ist stark von importierten fossilen Brennstoffen abhängig und daher anfällig für Preisschwankungen und Verfügbarkeitsprobleme. Um dem entgegenzuwirken, hat die Regierung Maßnahmen wie die Entwicklungspolitik für erneuerbare Energien, die integrierte Energieplanung und die Politik für alternative und erneuerbare Energien (2020) umgesetzt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Anteil erneuerbarer und alternativer Energien am pakistanischen Strommarkt bis 2025 auf 20 % und bis 2030 auf 30 % zu erhöhen.
Im Bereich der Solarenergie fördert die pakistanische Energieregulierungsbehörde NEPRA aktiv Photovoltaikprojekte durch wettbewerbliche Ausschreibungen und führt Marktmodelle ein, um die Entwicklung von Solarprojekten zu erleichtern.




